Am 28.11.09 soll im Wuppertaler U-Club wieder ein Konzert steigen, daß Dancehall-Fans aus dem ganzen Lande anziehen soll. Auf der Bühne steht diesmal Miguel Orlando Collins aka Sizzla. Sizzla ist bekannt für seine Sexistischen und Homophoben Texte, nebenbei hat er auch sozialkritische Texte, die jedoch an einigen Stellen auch zur Gewalt aufrufen und den Schusswaffengebrauch verherrlichen.
Während der U-Club die “ durchweg positive Message“ des Sizzla als ein gutes Argument nennt, sich ruhigen Gewissens am 28.11. auf dem Konzert, welches um 21 Uhr beginnen soll, einzufinden, sind wir schlichtweg der Meinung, dass der U-Club sich damit ganz klar über die Meinung vieler „Gäste“ hinwegsetzt. Dass besagter Club sich mit Homophoben „Künstlern“, die auf der Bühne zur Ermordung Homosexueller Menschen aufrufen und zur Volksverhetzung beitragen, bereichern will und auch bewusst das ganze durchzieht, setzt dem ganzen noch die Krone auf.
Hier ein Kommentar von Sizzla während einer Pressekonferenz im Mai 2007 nach dem Summerjam Festival in Köln:
„Gründest du eine Familie, erweist du deiner Mutter Respekt. Gehst du zu anderen Männern, ziehst du ihr Ansehen in den Schmutz.“, äußerte er und weiter, „Ein Mann muss sich entscheiden, ob er ein Stück Dreck sein will oder ein stolzer Mann – so einfach ist das.“
Der LSVD versucht, gegen den Verkauf der Stücke von Sizzla, u. a. durch die online-Händler amazon, buecher.de oder bol.de, durch Strafanzeigen vorzugehen. So hat der Bundestagsabgeordnete Volker Beck erklärt: „Soweit auf den CDs auch Songs mit Aufrufen zu Gewalt und Morden an Homosexuellen enthalten sind, ist das Verbreiten dieser Tonträger eine strafbare Handlung nach den Paragrafen 111, 130 StGB. Ich habe Strafanzeige gegen die Verbreitung dieser Tonträger gestellt und Amazon.de aufgefordert, Hasssänger ganz aus ihrem Programm zu nehmen“, sagte Beck: Wer Hass verbreite, solle damit in Deutschland kein Geld verdienen. „Das gilt für Reggaesänger aus Jamaika wie rechtsextremistische Neonazi-Bands oder bestimmte deutsche Rapper.


Offener Brief an den U-Club:
Wuppertal hat keinen Platz für Homophobie – 12.11.2009
Sizzla-Konzert absagen!
Sehr geehrter Herr Rudorff,
sehr geehrter Herr Schmalenbach,
für Samstag, den 28. November 2009 ist in Ihrem Haus „U-Club“ ein Konzert von Sizzla Kalonji angekündigt. Wie Sie sicherlich wissen, hat Sizzla in der Vergangenheit wiederholt zu Gewalt und Mord an Schwulen in seinen Texten aufgefordert. In dem Lied „Pump up“ ruft Sizzla offen dazu auf, schwule Männer zu verbrennen oder zu erschießen. Auch in anderen Songs ruft er zu Mord an Schwulen auf („Boom boom“ sowie in „Get to Da Point“).
Trotz einer von Sizzla unterschriebenen Erklärung in 2007, nach der er „das Recht von Menschen, ohne Gewalt zu leben, respektiert und aufrechterhält, egal welcher Religion, sexuellen Ausrichtung, Rasse, ethnischer Herkunft oder welchem Geschlechts sie angehören“, hat er sich kurze Zeit später über diese Vereinbarung lustig gemacht und mit weiteren Morddrohungen reagiert. So heißt es im Lied „Nah Apologize“: „Ein Rastamann entschuldigt sich nicht bei Schwuchteln, wenn ihr schwarze Menschen disst, werde ich auf euch mit meiner Waffe schießen“.
Die Hamburger „Fabrik“ hat das für den 30. November geplante Konzert des Schwulenhasser Sizzla bereits abgesagt. Auch die Münchener Polizei und das Stadtjugendamt sind über den am 27. November in München geplanten Auftritt informiert und prüften derzeit weitere Schritte.
Der Aufruf zu Gewalt ist in Deutschland strafbar. Sofern der Auftritt stattfindet und die besagten Songs zur Aufführung gebracht werden, machen Sie sich als Veranstalter ebenfalls strafbar.
Wir bitten Sie, das geplante Konzert von „Sizzla“ abzusagen. Dies ist auch im Interesse der allermeisten Reggae-Fans, die sich mit Gewalt- und Mordaufrufen an Minderheiten nicht identifizieren können und wollen.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Marcus Kilian
Vorstandsmitglied